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Zweiter Anlauf: OVG tagt wegen Kiesabbaus am Niederrhein


Wegen der geplanten Ausweitung des Kiesabbaus am Niederrhein tagt am Dienstag (10.00 Uhr) in einem zweiten Anlauf das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster. Ein erster Prozesstermin war Mitte März wegen einer Corona-Infektion einer Richterin abgesagt worden.

In dem Prozess wehren sich die betroffenen Niederrhein-Kreise Wesel und Viersen sowie die Kommunen Kamp-Lintfort, Alpen, Neukirchen-Vluyn und Rheinberg dagegen, dass die Planungszeiträume für den Kiesabbau im Landesentwicklungsplan von 20 auf 25 Jahre verlängert worden sind.

Die schwarz-gelbe Landesregierung hatte das 2019 mit der Neufassung des Landesplans beschlossen. Wegen des längeren Planungshorizonts wurde die Ausweisung weiterer Abbaugebiete nötig. Das lehnen die betroffenen Kommunen ab. Sie fürchten das Abbaggern ihrer Heimat und Schäden für das Grundwasser, wenn die natürliche Schutzschicht durch den Kies verloren geht.

Auf der anderen Seite ist der Bedarf an neuen Wohnungen in NRW groß. Landesweit müssen zahlreiche marode Brücken saniert werden, was ebenfalls große Mengen Beton erfordert. 55 Millionen Tonnen Sand und Kies werden nach Angaben des Verbandes der Sand- und Kiesindustrie jährlich in NRW verbraucht. Der Verbrauch wachse stark, argumentiert die Industrie. Eine heimische Erzeugung sei umweltfreundlicher und preiswerter als Importe.


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