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Russischer Angriffskrieg: Heikle Lage an Atomkraftwerk – Ukrainische Armee unter Druck

Wolodymyr Selenskyj: Der ukrainische Präsident hat die Erfolge seiner Truppen in der vergangenen Woche gelobt.

Am Freitag war die Anlage in der Stadt Enerhodar im Gebiet Saporischschja durch einen Beschuss in Brand geraten, das Feuer konnte aber gelöscht werden. Ein Block des AKW musste abgestellt werden. Die Energieversorgung in der Stadt fiel teilweise aus. Während Moskau ukrainische Truppen dafür verantwortlich machte, sprach Kiew davon, dass die Russen das Gelände selbst beschossen hätten.

Am Sonntag meldete die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf die Besatzungsverwaltung der Stadt Enerhodar, die ukrainische Armee habe in der Nacht eine Rakete auf das AKW-Gelände abgefeuert. Die ukrainische Atombehörde Enerhoatom hingegen beschuldigte die Russen, das Gelände selbst beschossen zu haben. Unabhängig sind die Angaben nicht zu überprüfen.

Ukrainische Armee in Donezk zunehmend unter Druck

Im östlichen Gebiet Donezk gibt es seit Tagen heftige Kämpfe um die Kleinstadt Bachmut. Die Kleinstadt gilt als ein Eckpfeiler des Verteidigungssystems rund um den letzten von Ukrainern gehaltenen Ballungsraum im Donbass. Sollten Bachmut und andere Kleinstädte fallen, wäre der Weg für die russischen Truppen weitgehend frei in Richtung der Großstädte Slowjansk und Kramatorsk. Nach eigenen Angaben konnte die ukrainische Armee am Samstag nach eigenen Angaben vorerst alle Vorstöße der Russen abwehren. Aus Moskau hieß es am Sonntag, bei einem Luftangriff auf die Kleinstadt Bachmut seien bis zu 130 ukrainische Soldaten getötet worden. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig verifizieren.

Dserschynsk, Ukraine: Das Bild der ukrainischen Rettungskräfte soll nach russischem Beschuss auf ein Wohngebiet in der Region Donezk entstanden sein.
Dserschynsk, Ukraine: Das Bild der ukrainischen Rettungskräfte soll nach russischem Beschuss auf ein Wohngebiet in der Region Donezk entstanden sein. (Quelle: State Emergency Service of Ukraine/Handout/Reuters)

Russlands Armee hat zudem eigenen Angaben zufolge tonnenweise Munition zerstört, die Nato-Staaten an die Ukraine geliefert haben. In der südukrainischen Region Mykolajiw sei ein Lager mit insgesamt 45.000 Tonnen Munition getroffen worden, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Sonntag. Unabhängig überprüfen ließ sich auch das nicht. Konaschenkow berichtete zudem von fünf weiteren Waffenlagern, die angegriffen worden seien.

Vier weitere Schiffe verlassen ukrainische Häfen

Nach dem Ende der Hafenblockade haben weitere Schiffe aus der Ukraine Kurs auf Istanbul genommen. Vier unter anderem mit Sonnenblumenöl und Mais beladene Schiffe seien auf dem Weg in die türkische Metropole, um dort kontrolliert zu werden, teilte das Verteidigungsministerium in Ankara am Sonntag mit. Ein Schiff mit 33 000 Tonnen Mais erhielt am Samstag nach einer internationalen Kontrolle in Istanbul die Erlaubnis zur Weiterfahrt. Die für Sonntag geplante Ankunft des Schiffes “Razoni” im Libanon verzögert sich. Der Frachter hatte vergangene Woche als erstes mit ukrainischem Getreide beladenes Schiff seit Beginn des russischen Angriffskrieges die Ukraine in Richtung Libanon verlassen.


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