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Liveblog: Raketeneinschlag in Polen


In der polnischen Grenzregion zur Ukraine hat es einen Raketeneinschlag gegeben. Alle Entwicklungen hier im Liveblog.

1.55 Uhr: Internationale Experten untersuchen Vorfall

Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hat nach Angaben der ukrainischen Nachrichtenwebseite Ukrinform eine umfassende Untersuchung des Raketeneinschlags angekündigt. “Wir arbeiten daran, die Gründe und alles, was während dieses Vorfalls passiert ist, zusammen mit internationalen Experten herauszufinden, die wir eingeladen haben und die seit mehreren Stunden vor Ort arbeiten”, wird der Regierungschef zitiert.

1.30 Uhr: Sondertreffen bei G20-Gipfel auf Bali

US-Präsident Joe Biden hat Staats- und Regierungschefs zu einem kurzfristig einberaumten Sondertreffen im Rahmen des G20-Gipfels eingeladen. Dabei wurde die Situation in Polen und der Ukraine besprochen. Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Unter den Teilnehmern waren auch Bundeskanzler Olaf Scholz und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Auf die Frage eines Reporters, ob Biden etwas zu den Explosionen in Polen sagen könnte, antwortete er “Nein”.

US-Außenminister Antony Blinken, der auch an dem Treffen teilnahm, sagte später: “Wir haben zugesagt, uns in den kommenden Tagen eng zu koordinieren, während die Ermittlungen fortschreiten, und geeignete nächste Schritte festzulegen”.

1.15 Uhr: Duda schließt Nato-Verteidigungsfall nicht aus

Der polnische Präsident Andrzej Duda schließt eine Aktivierung des Nato-Verteidigungsfalles nicht aus. “Alle Staats- und Regierungschefs, mit denen ich heute gesprochen habe, haben mir die Unterstützung der Alliierten zugesichert und alle Möglichkeiten einschließlich Art. 5 offengehalten. Wir werden diese Angelegenheit gemeinsam prüfen”, zitierte ihn das Präsidialamt auf Twitter. Es wurde auch bestätigt, dass die Sicherheit des polnischen Luftraumes verstärkt wurde.

1 Uhr: Scholz sagt Polen Unterstützung zu

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat Polen nach der tödlichen Explosion im Grenzgebiet zur Ukraine die Unterstützung Deutschlands zugesichert. Scholz habe dem polnischen Präsidenten Andrzej Duda in einem Telefonat sein Beileid ausgesprochen, schrieb Regierungssprecher Steffen Hebestreit in der Nacht zum Mittwoch im Onlinedienst Twitter. Deutschland stehe “eng an der Seite unseres Nato-Partners Polen”.

0.18 Uhr: Polen bestätigt: Rakete stammt aus russischer Produktion

Die Regierung in Warschau bestätigt den Einschlag russischer Raketen auf polnischem Staatsgebiet. Eine Rakete aus russischer Produktion sei um 15:40 Uhr (Ortszeit) in dem Dorf Przewodów niedergegangen, teilt das polnische Außenministerium mit. Der russische Botschafter sei einbestellt worden, man verlange von ihm umgehend eine Erklärung. Zwei Menschen seien dabei ums Leben gekommen. Zuvor war von zwei Raketeneinschlägen die Rede gewesen. Auf Twitter ließ das polnische Präsidialamt verlauten: “Wir haben derzeit keine schlüssigen Beweise dafür, wer diese Rakete abgefeuert hat. Untersuchungen sind im Gange. Es war höchstwahrscheinlich eine russische Rakete.” Sowohl die Ukraine als auch Russland verwenden Raketen sowjetischer Bauart.

0.05 Uhr: Baerbock spricht mit Polens Außenminister

Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock hat nach Angaben Polens mit ihrem Amtskollegen Zbigniew Rau über den Vorfall an der Grenze zur Ukraine gesprochen. Weitere Einzelheiten wurden nicht bekannt gegeben. Rau telefonierte auch mit dem amerikanischen Außenminister Antony Blinken.

23.45 Uhr: Treffen der Nato-Botschafter einberufen

Die Nato-Botschafter sollen am Mittwoch zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen. Das bestätigte eine Sprecherin des Verteidigungsbündnisses der Nachrichtenagentur AFP. Zuvor hatten Diplomaten ein solches Treffen angedeutet.

Zuvor hatte ein Regierungssprecher in Warschau erklärt, man habe gemeinsam mit den Nato-Verbündeten beschlossen, zu überprüfen, ob es Gründe gebe, die Verfahren nach Artikel 4 des Nato-Vertrags einzuleiten. Artikel 4 sieht Beratungen der Nato-Staaten vor, wenn einer von ihnen die Unversehrtheit seines Gebiets, die politische Unabhängigkeit oder die eigene Sicherheit bedroht sieht.

Seit der Gründung des Nato-Bündnisses 1949 wurde Artikel 4 offiziellen Angaben zufolge sieben Mal in Anspruch genommen. Zuletzt war dies am 24. Februar 2022 der Fall. Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, die Slowakei und die Tschechische Republik hatten dies nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine beantragt.

23.35 Uhr: Ukrainischer Verteidigungsminister: Hatten darum gebeten, den Himmel zu schließen

Der ukrainische Verteidigungsminister Oleksij Resnikow hat EU und Nato nach vermeintlichen Einschlägen in Polen kritisiert: “Dies ist keine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Das ist die Realität, vor der wir gewarnt haben. Wir haben darum gebeten, den Himmel zu schließen, weil der Himmel keine Grenzen hat. Nicht für (russische) unkontrollierte Raketen. Nicht wegen der Bedrohung, die sie für unsere EU- und Nato-Nachbarn darstellen. Handschuhe sind aus. Zeit zu gewinnen”, schrieb er auf Twitter. Eine von der Ukraine geforderte Flugverbotszone war in der Vergangenheit von den westlichen Partnern abgelehnt worden.


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