Germany

Friedrich Merz wirft Ukrainern “Sozialtourismus” in Deutschland vor


Mit seinen Äußerungen sorgte der CDU-Chef in den sozialen Netzwerken für Empörung. So twitterte etwa Grünen-Chefin Ricarda Lang: “Wie passt es eigentlich mit der viel beschworenen Solidarität der Union mit der Ukraine zusammen, dass Friedrich Merz im Kontext von Menschen, die vor diesem furchtbaren Angriffskrieg fliehen, von ‘Sozialtourismus’ spricht?”

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Sven Kindler schrieb: “Dass Merz jetzt einer ‘größeren Zahl’ der ukrainischen Geflüchteten ‘Sozialtourismus’ unterstellt, ist bodenlos, zynisch angesichts des brutalen Angriffskrieges vor dem die Menschen fliehen.”

Auch aus der SPD kam scharfe Kritik. Der SPD-Abgeordnete Ruppert Stüwe schrieb zu dem Interview: “Darf ich mal bescheiden nachfragen, ob bei euch alles noch richtig ist? Die Menschen aus der Ukraine fliehen vor einem Krieg und sind keine Sozialtouristen. Menschlichkeit kann so einfach sein.”

Die Bundesvorsitzende der Jusos, Jessica Rosenthal, bezeichnete die Aussagen von Merz als “ekelig und unanständig”. “Billige Profilierung ohne moralischen Kompass – das habe ich mal mit einer Partei verbunden, die rechts neben der Union sitzt”, schrieb sie.

“Bild”-Reporter Paul Ronzheimer, der aus der Ukraine berichtet, schrieb als Antwort: “Die Gewöhnung an den Krieg in der Ukraine scheint bei Friedrich Merz soweit fortgeschritten, dass er jetzt von ‘Sozialtourismus’ spricht bei den Flüchtlingen aus einem Land, das aktuell annektiert und mit Atomwaffen bedroht wird und in dem jeden (!) Tag Hunderte Soldaten sterben.”

Seit Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar dieses Jahres sind rund eine Million Menschen aus der Ukraine nach Deutschland geflüchtet. Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte (OHCHR) hat 5.996 getötete und 8.848 verletzte Zivilisten erfasst. Die Dunkelziffer ist laut OHCHR aber wahrscheinlich höher.


Source link

Related Articles

Back to top button